Mohammed (s)

Wer war Mohammad? 

Mohammad ibn Abdullah al-Haschimi al-Kurayschi, wie er mit vollem Namen hieß, wurde im Jahre 570 n. Chr. in Mekka geboren. Seine Eltern verstarben früh. Mohammad (s) wuchs zunächst bei seinem Großvater, nach dessen Tod bei seinem Onkel Abû Tâlib auf. Von diesem erlernte er das Kaufmannshandwerk und begleitete ihn mehrmals auf ausgedehnte Handelsreisen nach Syrien und Palästina.

 

Im Alter von 25 Jahren heiratete Mohammad (s) Hadîdscha bint Huwaylid (r), die reiche Besitzerin einer Karawanserei, mit der er vier Töchter und zwei Söhne hatte.

 

Im Alter von 40 Jahren wurde Mohammad (s) von Allah zum Propheten berufen. Damit begann sowohl für ihn selbst als auch für seine Zeitgenossen und im weiteren Sinne für die gesamte Menschheit eine neue Ära.

Was ist ein Prophet?

Seit der Erschaffung der Menschheit hat Allah immer wieder Menschen dazu auserwählt, seine Botschaft zu überbringen. Zu den bekanntesten Propheten zählen Adam (a), Noah (a), Abraham (a), Jakob (a), Moses (a), Jesus (a) und schließlich Mohammad (s). Doch auch zu anderen Völkern außerhalb Arabiens und des heutigen Nahen Ostens wurden Propheten entsandt, auch wenn diese nicht namentlich erwähnt wurden. Laut einer Überlieferung des Propheten beträgt ihre Zahl mehr als 120 000.

 

Propheten zeichnen sich durch einen vorbildlichen Charakter, eine tadellose Lebensführung, besondere Weisheit und Feingefühl aus. Sie sind von Allah auserwählte Menschen, deren Hauptaufgabe darin besteht, ihre Mitmenschen zu einem besseren, reflektierten Leben zu verhelfen.

 

Einige Propheten, deren Botschaft sich nicht nur an das eigene Volk, sondern die gesamte Menschheit richtete, erhielten zudem eine Offenbarungsschrift. Zu den weltbekannten Offenbarungstexten gehören die Thora, die Psalter, das Evangelium und der Koran.

 

Nach islamischem Verständnis haben alle Propheten seit Adam (a) immer dieselbe Botschaft überbracht. Sie riefen zum Glauben an den Einen Gott, das Jenseits und die Verwirklichung der Barmherzigkeit und Gerechtigkeit Gottes auf Erden. Der Prophet Mohammad (s) bildet das letzte Glied dieser „Prophetenkette“, denn der Koran ist die abschließende Botschaft, nach der Allah keine weiteren Offenbarungen mehr herabsenden wird.

Die Botschaft des Propheten Mohammad (s) 

Arabien war zu Lebzeiten des Propheten eine fest in den archaischen Traditionen des alten Arabien verhaftete Stammesgesellschaft. Neben der Vielgötterei herrschte in dieser Gesellschaft ein gnadenloses Recht des Stärkeren. Vor allem Sklaven, Frauen, Arme und Waisen litten unter Entrechtung und Unterdrückung zugunsten der Reichen und Mächtigen. In dieser Umgebung konnte die Botschaft, die der Prophet überbrachte, niemanden unberührt lassen.

 

Der Aufruf des Propheten Mohammad (s) zum Glauben an einen einzigen, allmächtigen Gott war für die Mekkaner schon deshalb eine Provokation, weil Mekka nicht nur ein wichtiger Handelsplatz, sondern auch ein bedeutender Wallfahrtsort war, zu dem Menschen aus entfernten Gegenden kamen, um den ausgestellten Götzen zu huldigen.

 

Weiterhin rief der Prophet zu Solidarität mit und Barmherzigkeit gegenüber Armen und Schwachen auf, er warnte vor Verschwendung und Arroganz und empfahl Geduld angesichts von Erschwernissen. Allah, so erklärte er, nimmt die Reue jedes Sünders an, solange dieser lebt. Der Islam garantierte außerdem Frauen erstmals umfassende Rechte. Dreizehn Jahre lang predigte der Prophet in Mekka und setzte sich trotz der Verfolgung durch die Mekkaner unnachgiebig für die Verbreitung der göttlichen Botschaft ein.

 

Im Jahr 622 n. Chr. wanderte er mit seiner Gemeinde nach Medina aus. Dort entstand das erste islamische Gemeinwesen der Geschichte, und von hier aus nahmen die Muslime 632 n. Chr. Mekka friedlich ein. Die Einnahme der Stadt gilt als bedeutendstes Lehrstück für den Geist der Botschaft, die der Prophet über 23 Jahre hinweg überbracht hatte: Barmherzigkeit und Vergebung. Denn der Prophet verbot jede Form der Vergeltung gegenüber seinen alten Feinden und erließ eine Amnestie, die auch für jene galt, die aus Furcht vor Rache aus der Stadt geflohen waren.

 

Wenige Wochen später verstarb der Prophet im Alter von 63 Jahren in Medina, wo er auch bestattet wurde. Sein Grab in der „Masdschid an-Nabawî“, der „Prophetenmoschee“, ist noch heute für Muslime eine der heiligsten Stätten, die oft nach dem Abschluss der Pilgerfahrt nach Mekka besucht wird.

Das Erbe des Propheten

Der Prophet Mohammad (s) gehört zu den wenigen Persönlichkeiten der Weltgeschichte, deren Leben und Werk bis ins kleinste Detail überliefert sind. Bereits zu seinen Lebzeiten sammelten seine Gefährten seine Aussprüche, um sie an entfernt lebende Menschen und für nachfolgende Generationen festzuhalten. Ein Grund dafür ist die Aufforderung Allahs im Koran an die Gläubigen, dem Beispiel des Propheten zu folgen. Diese „Sunna“, die Lebenspraxis des Propheten, ist damit nach dem Koran die zweitwichtigste Quelle der islamischen Rechtsfindung.

 

Überlieferungen seiner Aussprüche, „Hadithe“ genannt, wurden etwa ab dem 8. Jahrhundert n. Chr. zusammengetragen, nach verschiedenen Kriterien bewertet, thematisch geordnet und in Buchform gebracht. Zu den weltbekannten Sammlungen gehören die Kompendien von Buhârî, Muslim, Tirmizî, Nasâî, Abû Dâwûd und Ibn Mâdscha. Man bezeichnet sie auch als die „sechs Bücher“.

 

Neben dieser umfangreichen Hadithliteratur existiert eine Reihe biografischer Werke, die ausgehend vom Koran und den Überlieferungen das Leben und die Persönlichkeit des Propheten Muhammad (s) detailreich nachzeichnen und so diesen außergewöhnlichen Menschen und seine Zeit auch für uns heute farbig und lebendig werden lassen.

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